|
Meine beste Freundin (Mutter von 2 Kindern) sollte mich die ersten 2 Tage zu Hause unterstützen, da mein Mann erst ab dem Wochenende für 4 Tage frei bekam. Die Gute hat bei sich zu Hause alles so organisiert, dass es möglich war, mich abzuholen und mich zu Hause zu „bemuttern“. Als wir bei mir ankamen fragte sie mich ob wir vielleicht eine kleine Runde spazieren gehen wollen und ob ich auch Sonnencreme für das Baby besorgt habe… ähm…
ich hatte natürlich nicht… Schleeeechte Mutter… Mit einem Kennerblick stellte sie schnell fest, dass mein Baby außerdem nicht warm genug angezogen ist (dabei hatte ich mir noch in der Klinik versichern lassen das dies der Fall sei…???)
Ich fühlte mich immer stärker verunsichert und am Ende hatte ich sie gebeten, doch wieder nach Hause zu fahren (ca. 160 km). In diesem Moment kam ich mir nicht nur als schlechte Mutter, sondern auch noch als schlechte und undankbare Freundin vor. Mein Mann konnte mit der Tatsache, dass ich meine Freundin nach Hause geschickt hatte und nun nur noch am heulen war, wenig anfangen. Was bei mir zu Folge hatte noch mehr zu heulen und mich wie eine total schusselige Kuh zu fühlen. Ich versuchte später beiden zu erklären, dass ich im Krankenhaus alles rund um das Baby neu gelernt hatte und mir eine Alternative, Sachen, oder Dinge zu erledigen eher wie ein erhöhter Schwierigkeitsgrad vorkam, den ich zurzeit noch nicht bewältigen kann.
Ich weiß weshalb Sabine meine beste Freundin ist. Sie hat es ganz einfach verstanden…
Hatte ich anfangs erwähnt ich würde gut vorbereitet an das Projekt Baby rangehen? Ich muss genügend Platz und Zeit für diese kleine Person schaffen. Ich kann nicht mehr so spontan sein wie ich es bislang war. Mit dieser Einstellung dachte ich doch soooo gut vorbereitet zu sein.
HA, dass ich nicht lache. Pustekuchen. Ich hatte Spontaneität nicht definiert,
nicht mehr bei Bedarf auf Toilette gehen zu können und an dem Punkt größter Entspannung und Anspannung von meinem hysterisch schreienden Baby zurückgeordert zu werden, weil ich denke es krepiert gerade elendig in seinem Bettchen.
Du befindest dich in deiner gewohnten Umgebung, aber nichts ist mehr so wie es war. Den extrem gemütlichen Tagesablauf, den du dir während der Schwangerschaft angewöhnt hast, kannst du auf einmal getrost vergessen. Gegessen (wenn man das schlingen überhaupt noch so nennen kann) wird zwischen stillen, windelwechseln und sich fragen, weshalb er denn nun schon wieder schreit. Duschen wird auf einmal zu einem richtigen Projekt, welches sorgfältig geplant werden muss und bei dem alle „Risiken“ bedacht werden sollten… Nix da, von wegen täglicher selbstverständlicher Grundbedürfnisse. Pah. Die stehen dem Baby, aber nicht mehr mir zu. Da stellt sich Frau die Frage, wenn sie nicht mal mehr Zeit für sich hat, wie soll es denn da mit einer Partnerschaft klappen? Weshalb habe ich überhaupt geheiratet?
|